Die Reporterin Angela Vidal, die gerade mit ihrem Kamerateam in jenem Wohnhaus in Barcelona war, in dem der tödliche Virus ausbrach und welches man aus Sicherheitsgründen sprengte, konnte von dem Armeearzt Medeiros gerettet werden. Beide erwachen später in einer auf einem Schiff eingerichteten Quarantänestation; überwacht von einem Team von Ärzten, welches von dem sinistren Dr. Recarte geleitet wird. Nach und nach kommt heraus, dass man Angela und den Arzt nicht aus humanitären Gründen rettete, sondern weil die Reporterin höchstwahrscheinlich den Ursprung der Seuche in sich trägt und man aus ihrem Blut ein Gegenmittel gewinnen will. Da bricht der Virus auch auf dem Schiff aus…
Alles (fast) auf null. Mit „[REC] 4 – Apocalypse“ kehrt Jaume Balagueró, der auch schon die ersten beiden Teile inszenierte, zum Ursprung der Serie zurück und knüpft nach dem misslungenen dritten Teil mit dem Schicksal zweier Mietshaus-Überlebender quasi wieder an die ursprüngliche Storyline an – allerdings nur, um nach dem heftigen Epilog die Handlung flugs aufs Schiff zu verlagern, einem ähnlich gleichen Mikrokosmos. So schippert „[REC] 4 – Apocalypse“ dann auch eine ganze Weile im Fahrwasser solcher Horror-auf-Schiffen-Streifen wie „Death Ship“ und ereifert sich an der klaustrophobischen Atmosphäre der Sets sowie an dem Gefühl, in einem schwimmenden KZ eingesperrt zu sein. Als der Virus wieder ausbricht, sitzen die Protagonisten wieder genauso in der Falle wie einst in jenem Schicksalshaus und der blutige Reigen beginnt von Neuem. Und wenn hier von blutig gesprochen wird, dann darf man feststellen, dass der neueste Teil auch der blutigste sein dürfte. Ausstaffiert mit viel Schleim, Kunstblut und klassischen Maskeneffekten geht es hier im Stile sattsam bekannter, actionbetonter Infizierten-Thriller wie „28 Weeks Later“ zur Sache. Dass sich dabei Jaume Balagueró dafür entschieden hat, vom Found-Footage-Format wieder zum klassischen Erzählkino zu wechseln, ist nur vom Vorteil, denn dadurch behält man im labyrinthisch angelegten Rumpf des schwimmenden Labors trotz immer noch recht wackeliger Handkamera einen besseren Überblick. Und wenn dann noch die Handlung im letzten Drittel einige unerwartete Haken schlägt, dann weiß man, dass man in „[REC] 4 – Apocalypse“ einen spannenden, unterhaltsamen, höchst würdigen Genrevertreter gefunden hat, dessen Sichtung einfach nur Spaß macht. Bildformat: 2,35:1. Mit Manuela Velasco, Paco Manzanedo, Héctor Colomé, Ismael Fritschi u. a.
© Selbstverlag Frank Trebbin